Aus der Zeit vor 1876
Im Jahre 1835 wurde ein Verein zur „Beförderung“ der Pferdezucht im Regierungsbezirk Münster gegründet, in dem sich 269 Mitglieder eingetragen hatten. Zu ihnen zählten hohe kirchliche Würdenträger, Generäle, Offiziere und Soldaten ebenso wie Vorgesetzte von Behörden und Mitglieder verschiedener kaufmännischer Berufe. Eine besondere Gruppe bildeten die „Landleute“, also neben dem Adel „auch“ Grundeigentümer, Pächter mit Angehörigen, zusammen 110 Mitglieder.
Aus Amelsbüren hatten sich zwei Personen als Mitglieder eingetragen: Herr Brüning, genannt Sudhoff und Herr Essmann.
Aus dem Jahresbericht von 1835 gibt es erste Ergebnisse von Pferderennen. Auch aus den
darauffolgenden Jahren wird berichtet, dass Amelsbürener Reiter bei den Pferderennen besonders erfolgreich waren.
Im Jahre 1848 geriet der Rennbetrieb ins Stocken. Es gab politische Wirren und wirtschaftliche Not, |
 |
und die Zahl der Mitglieder sank. 1852 löste sich der Verein auf.
Vereinsgründung 1876
 |
So gründeten 1876 Landesoeconomierat Carl Christoph Winkelmann, Landesoeconomierat Carl Herold, Konsul August Schenking und Johann Wilhelm Schulze Everding den „Amelsbürener Zucht- und Rennverein“.
Die Pferdezucht wurde auch vom Landgestüt in |
Warendorf unterstützt, denn schon 1885 wurden zwei Hengste zur, bis in heutige Zeit bekannte, Deckstelle Wittlerbaum zum Deckeinsatz gegeben. Es gibt auch Informationen, dass zwei Privathengste in Amelsbüren im Einsatz waren.
Neubeginn nach dem Ersten Weltkrieg
Nach gut zehnjähriger Pause fand 1922 das erste Pferderennen auf der neuen Rennbahn bei Haus Tinnen statt. Der Rennverein Amelsbüren hatte mit der neuen, massiven Tribüne für 600 Personen zum Rennen 1924 eine bedeutsame Verbesserung für den Rennablauf geschaffen.
Die erste Standarte des Vereins stammt aus dem Jahre 1922, als die Pferderennen wieder begannen.
Diese Investition für die Tribüne und die Geldentwertung von 1923 führten dazu, dass in den folgenden Jahren das Geld knapp wurde und die Ausrichtung einiger |
 |
Rennen erhebliche Einbußen brachten. Nach 1928 gab es keine Pferderennen mehr in Amelsbüren. |
|
1922 wurde dem Verein eine Reitabteilung angegliedert. Der erste Reitkurs fand bei Schulze- Miling statt und wurde vom Reitlehrer „Papa Stecken“ geführt. Beim Provinzialturnier in Hamm 1925 erritt der Reiterverein Amelsbüren sogar den vierten Platz.
 |
In diesen Jahren fanden auch viele Geländeritte statt, die mit viel Eifer vorbereitet wurden.
Die reiterlichen Aktivitäten wurden besonders ab dem Jahr 1930 verstärkt betrieben. Aus dieser Zeit stammt die Liste der Reitkursteilnehmer. |
Unter Reitlehrer Wildoer wurde bald auf dem Reitplatz beim Gasthof Kannenbaum, zur Verfügung gestellt von Franz-Josef Suttarp, trainiert.
Show Voltigieren:
Seit Ende der 20er bis Ende der 60er Jahre erhielten sich junge Erwachsenenreiter über die Grenzen der Region hinaus einen guten Ruf, wenn es galt, ein zünftiges Schaubild auf Turnierveranstaltungen zu zelebrieren.
|
 |
Aktivitäten nach dem Zweiten Weltkrieg
1947 begann die ländliche Reiterei bei Kannenbaum wieder. 1948 fand das erste Nachkriegsturnier statt. Es gab Dressur- und Springprüfungen und auch Ein- und Zweispännerprüfungen. Ende der 50er Jahre lebte die Tradition der Rekord-Hochspringen wieder auf.
 |
Zum 75jährigen Bestehen des „Pferdezucht- und Rennvereins“ wurde 1951 ein Jubiläumsturnier, ein sogenanntes Abschluss-reiten, veranstaltet.
|
Auch beim ersten Nachkriegsturnier 1951 in der Halle Münsterland war eine Amelsbürener Mannschaft dabei, u. a. Franz Wildoer, Franz Druffel, Alfons Eggert, Ludwig Messing, Hugo Holtschulte und Edmund Schulze Finkenbrink.
Die 50er Jahre
Die 50er Jahre liefen im Reiterverein nach altem, bis heute praktiziertem Muster ab.
 |
Im Juli wurde das sogenannte Abschluss- reiten terminiert und im Herbst ein stilvoller Ausritt mit anschließ- ender Fuchsjagd.
 |
|